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Bau von "Touristen-Aufzug" eingestellt
2006/10/16

Der Bau eines Aufzuges nahe des alten "Schwerttor-Passes" am berühmten "Shu-Weg", der früher die einzige Verbindung zwischen Nordchina undSichuan darstellte, wurde wegen Beschädigung endgültig eingestellt.

Mit dem Bau des Weges, dessen Name Shu aus alter Zeit stammt, wurde bereits 316 v.Chr. begonnen.

Der Aufzug, dessen Bau sich mit Unterbrechungen bereits seit über zehn Jahren hinzog, sollte den Besuchern die Besteigung des Passes erleichtern.

Heute befindet sich ein 20 Meter hoher und 5 Meter breiter karger Abhang an der Baustelle des Aufzuges auf dem ansonsten grünen Gebirge.

"Die Stelle sieht aus wie ein riesiges Loch", sagt Zhang Xianyu, ein Rentner aus dem Bezirk Jian'ge, in dem sich der Pass befindet.

"Dabei ist der obere Teil des Lochs eng, während der untere Teil tief ist. Die tiefste Stelle misst über 5 Meter", sagt er.

Rund 10 Meter von der unteren Stelle des Loches aus ist ein Schutthaufen sichtbar. Die lokalen Bevölkerung berichtet, dass sich das Geröll im Zuge des Baus ansammelte.

Der Weg ist in so großer Höhe erbaut worden, dass einer der bekanntesten Dichter Chinas, Li Bai (701-762), in einem Gedicht die Worte schrieb: "Das Reisen auf dem Shu-Weg kommt der Besteigung des Himmels gleich."

Laut Wang Jianping, Parteisekretär des Denkmalschutzamtes von Guangyuan, wurde der Bau nach der Heraussprengung des Hanges vor über einem halben Jahr durch die Stadtregierung von Guangyuan gestoppt.

Jian'ge ist ein Bezirk unter Verwaltung der Stadt Guangyuan, die für den "Shu-Weg" bekannt ist.

Der 450 Kilometer lange Weg beginnt im Bezirk Ningqiang (Provinz Shaanxi, Nordwestchina) und endet im Kreis Zitong in Sichuan.

"Eine der berühmtesten Sehenswürdigkeiten entlang des Weges ist der 'Schwerttor-Pass'. Das chinesische Sprichwort 'Yifu Dangguan, Wanfu Mokai', das übersetzt soviel bedeutet wie 'Ein Mann auf dem Pass hält 10.000 Männer in Schach', stammt von hier", erzählt Tan Jihe, Leiter der Historischen Vereinigung der Provinz Sichuan.

Der Pass stellt noch immer die einzigste Landverbindung Sichuans nach Nordchina dar. Wegen seiner strategischen Bedeutung musste nahezu jeder Herrscher Nordchinas, der Sichuan erobern wollte, zuerst diesen Pass überqueren.

Bereits seit Jahren bestanden laut Guo Zisong, Mitarbeiter der PR-Abteilung des Parteikomitees des Bezirks Jian'ge, Pläne zur Errichtung des Aufzugs.

Der Bau wurde Mitte der 1990er Jahr aufgenommen. Doch mit dem Tod eines führenden Provinzpolitikers wurde auch die Fortführung des Baus eingestellt.

Im Jahr 2002 wurde der Bau wieder fortgesetzt, doch nach Widerstand von Seiten einiger Denkmalschützer und Mitglieder der Politischen Konsultativkonferenz der Provinz Sichuan dann doch wieder eingestellt.

"In diesem Jahr zeichnete sich eine Immobilienfirma aus der Provinzhauptstadt Chengdu für die Entstehung des Lochs verantwortlich", sagt Wang.

Laut Tan, müssen Misserfolge im Rahmen der Tourismusförderung durchaus mitkalkuliert werden.

In diesem Zusammenhang nannte er ein Zitat der Guangzhou Daily, dass der Yulong-Berg in der südwestchinesischen Provinz Yunnan das ganze Jahr über schneebedeckt sei.

Doch nach der Rodung von Wald für eine Seilbahn und dem Anstieg der Touristenzahlen führte der Berg im Sommer und Herbst auf einmal keinen Schnee mehr, hieß es in dem Bericht weiter.

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