| Internationale Klimagespräche drehen sich eigentlich um Wirtschaft |
| 2009/08/25 |
|
Xie Zhenhua, der höchste Beauftragte Chinas für den Klimawandel, meint, dass der momentane globale Kampf gegen den Klimawandel sich eigentlich um etwas anderes drehe: Der Konflikt zwischen entwickelten Ländern konzentriere sich auf Wirtschaft, Technologie und globale Dominanz, während die Entwicklungsländer gegen Restriktionen ihrer Entwicklung kämpften. Der höchste Beauftragte Chinas für den Klimawandel erklärte am Montag, dass der momentane globale Kampf gegen den Klimawandel im Prinzip ein multinationaler Ringkampf über den Gewinn oder die Aufrechterhaltung der Wettbewerbsfähigkeit beziehungsweise um den Raum für Entwicklung der Wirtschaft eines jeden Landes sei. Der Konflikt zwischen entwickelten Ländern konzentriere sich auf Wirtschaft, Technologie und globale Dominanz, während die Entwicklungsländer gegen Restriktionen ihrer Entwicklung kämpften, so Xie Zhenhua, stellvertretender Vorsitzender der chinesischen Staatlichen Kommission für Entwicklung und Reform, des obersten Organs für Wirtschaftsplanung. "Die Konflikte rühren von kommerziellen und politischen Interessen her", äußert Xie in einem Bericht, der auf der 10. Sitzung des Ständigen Ausschusses des 11. Nationalen Volkskongresses veröffentlicht wurde, des obersten gesetzgebenden Organs Chinas. Weiter äußert er, dass mit den momentanen internationalen Verhandlungen über den Klimawandel noch keine fundamentalen Veränderungen erreicht worden seien. "Entwickelte Länder und Entwicklungsländer sind immer noch die beiden Hauptfraktionen, und der Fokus der Streitigkeiten liegt nach wie vor auf dem Anteil an Verantwortlichkeit jedes Landes für die Emissionsreduzierung, auf Finanzierung und auf Technologietransfer", so Xie. "Das Angriffsziel ist immer noch die Hauptemissionsländer." Entwickelte Länder betonten hauptsächlich die Klimaprobleme, während sie die Wichtigkeit der Wirtschaftsentwicklung herunterspielen, so Xie. "Sie heben die gemeinsame Verantwortlichkeit hervor, aber nicht die Verantwortlichkeiten der einzelnen Länder." Er fährt fort, die entwickelten Länder spielten außerdem die Wichtigkeit der Anpassung an den Klimawandel herunter anstelle der Hervorhebung der Hinderung dessen Voranschreitens. Im Hinblick auf Finanzierung und Technologietransfer betonten sie den Marktmechanismus, aber schraubten die Verantwortung der Regierung zurück. "Sie haben viel geredet, aber wenig getan", meint er. Entwickelte Länder brauchen die aufsteigenden Entwicklungsländer, um ihre Emissionsreduzierung zu quantifizieren, aber sie werden von den letzteren beschuldigt, die Hauptverantwortlichen für die Klimaprobleme zu sein wegen ihrer unbeschränkten Emissionen im Zuge der Industrialisierung und ihren heute immer noch hohen Pro-Kopf-Emissionen, so Xie. Entwicklungsländer bestünden darauf, dass die entwickelten Länder die Führung bei der Quantifikation ihrer Emissionsreduzierung übernehmen und ihre Verpflichtungen erfüllen, um die Entwicklungsländer mit Finanzierung und Technologietransfer zu unterstützen, so Xie weiter. Die Entwicklungsländer würden dann politische Maßnahmen ergreifen, die "auf die nationalen Standards zurechtgeschneidert" seien, um Emissionen innerhalb des Rahmens einer nachhaltigen Entwicklung zu reduzieren, und zwar mit Finanz- und Technologieunterstützung von den entwickelten Ländern. Quelle: german.china.org.cn |