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Gastbeitrag des Generalkonsuls für das vbw-Unternehmermagazin
2019/11/07

 

Multilateralismus und Freihandel – die gemeinsame Sprache von China und Europa

Derzeit zeigt das sich abschwächende Wachstum der Weltwirtschaft negative Wirkungen der unilateralen Praktiken und protektionistischen Maßnahmen einzelner Länder. China und Europa stehen nun vor der Frage, ob sie in Zukunft weiter miteinander zusammenarbeiten oder hingegen auseinander gehen.

Die Antwort der chinesische Seite ist eindeutig. Die Länder Europas setzen sich allgemein wie China für Multilateralismus und Freihandel ein. Dieser wesentliche Konsens bildet ein wichtiges Fundament für die Zusammenarbeit zwischen China und Europa in der Gegenwart und in der Zukunft. Anfang dieses Jahres hat der chinesische Staatspräsident Xi Jinping und Ministerpräsident Li Keqiang Europa besucht. Das zeigte einmal mehr, welchen großen Stellenwert und welche hohe Priorität China seinen Beziehungen zu Europa einräumt. Damit wurde auch ein Signal nach außen gesendet, dass China und Europa ihr strategisches Vertrauen zueinander verstärken und ihre strategische Zusammenarbeit vertiefen wollen.

Im Laufe des chinesischen Reform- und Entwicklungsprozesses sind China und Europa in einigen Bereichen in der Tat Konkurrenten geworden, was zur Besorgnis und Angst mancher Europäer führt. Dieses Phänomen ist normal. Wichtig ist jedoch, wie China und Europa diese Fragen angehen. Wir vertreten stets die Meinung, dass China und Europa sich immer noch in unterschiedlichen Entwicklungsphasen befinden und darum bei der internationalen Industrie- und Wertschöpfungskette unterschiedlich positioniert sind. Kooperation bildet den Hauptstrom unserer Beziehungen. Angesichts des drohenden Abschwungs der Weltwirtschaft sollen China und Europa im gleichen Boot sitzen und am gleichen Strang ziehen. Die „Belt and Road"-Initiative und die Zusammenarbeit zwischen China und den MOE-Staaten zielen darauf ab, den Prinzipien „gemeinsame Beratung, gemeinsame Entwicklung und gemeinsamer Gewinn" folgend, die Zusammenarbeit zum gegenseitigen Nutzen zu vertiefen und die gemeinsame Entwicklung zu verwirklichen. Das trägt zur Entwicklung der MOE-Staaten und zur europäischen Integration bei und ist zugleich ein nützlicher Versuch Chinas, nach seiner Leistungsmöglichkeit der internationalen Gesellschaft seine öffentlichen Produkte zu liefern.

Als Motor der europäischen Wirtschaft spielt Deutschland bei den Beziehungen zwischen China und Europa eine wesentliche Rolle. Die stabile Entwicklung der Zusammenarbeit zwischen China und Deutschland fortzusetzen, kommt beiden Seiten zugute. Es kann zugleich ein Musterprojekt für die Win-Win-Zusammenarbeit zwischen China und Europa und für die ganze Welt werden. Dabei kann man Bayern als einen Schwerpunkt unterstreichen. Das Handelsvolumen zwischen China und Bayern machte 2018 ein Sechstel des Handelsvolumens zwischen China und Deutschland aus. Fast ein Drittel der deutschen Investitionen in China entfiel auf Bayern. BMW, Allianz, Siemens und Co. zählen zu den ersten ausländischen Unternehmen, die von der weiteren Intensivierung der Reform und Öffnung Chinas profitieren. Wir würden uns freuen, wenn immer mehr bayerische Unternehmen sich an gemeinsamen Projekten beteiligen. Gleichzeitig wünschen wir uns, dass Europa die Investitionen chinesischer Unternehmen hier objektiv betrachten und sie gleichberechtigt, offen und nicht-diskriminierend behandeln kann.

„Chinesisch" bedeutet in der deutschen Sprache manchmal Etwas Unnachvollziehbares. Bedingt durch Geschichte, Kultur und Entwicklungsphasen ist es verständlich, dass wir zu manchen Fragen unterschiedliche Meinungen haben. Aber was Multilateralismus und Freihandel anbelangt, bin ich davon überzeugt, dass wir die gleiche Sprache sprechen. Ich wünsche mir daher, dass beide Seiten auf der Grundlage des gegenseitigen Respekts und Vertrauens gemeinsame Interessen ausbauen und einen Konsens entwickeln. Das wird zum Wohl beider Völker und zu Frieden und Entwicklung der Welt beitragen.

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